Schloss Burkheim


Der "Burkheimer Schlossberg" und wie der Graue Burgunder zu seinem Namen kam.

Diese Lage ist die Kleinste Kaiserstühler Weinbergslage. Nur der Wein von der 44 ar großen Weinbergsfläche innerhalb des Schlosshofes darf “Burkheimer Schlossberg” genannt werden. Dieses Privileg war 1971 in Gefahr. Die Novellierung des Weingesetzes sah vor, alle Lagen, die kleiner sind als 3 ha und in geografischer Einheit mit anderen Lagen stehen, zu größeren Einheiten zusammen zu fassen. Der “Schlossberg” sollte, wie die Lagen um ihn herum “Schlossgarten” heißen. Die Inhaberfamilie erhob Einspruch, wie auch andere Kleinlagenbesitzer in Deutschland.

Unter dem Namen “Burkheimer Schlossberg” wurde ein 20 Jahre dauernder Musterprozeß geführt, der 1991 für die Kläger erfolgreich vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe endete. Erst seit 1991 darf der Wein wieder mit “Burkheimer Schlossberg” bezeichnet werden.

Laut Burkheimer Stadtgeschichte wurde der Schlossberg, nachdem der Wiederaufbau des Schlosses gescheitert war, 1780 als erster Weinberg am Kaiserstuhl auf vulkanischem Boden angelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte man, dass Weine von steinigem Boden keine hohe Güte aufweisen. Wie sich zeigte, war dies ein großer Irrtum. Das Besondere an dieser Lage ist , dass sie als Wiege des Kaiserstühler Grauburgunders bezeichnet werden kann:

1347 übernachtete am 2. Weihnachtstag Kaiser Karl IV auf der Burg Burkheim. Das besondere an diesem Besuch ist, dass der große Weinliebhaber den Zisterzienser Mönchen befohlen haben soll, eine natürliche Mutation des Roten Burgunders auf Ihren Besitzungen anzupflanzen. Im Volk waren die Zisterzienser durch Ihre grauen Kutten als “Graumönche” bekannt. Dieser Burgunder war somit der Burgunder der “Grauen” = der Graue Burgunder. Auch am Kaiserstuhl gab es Höfe der Zisterzienser. Ob allerdings dieser Besuch Kaiser Karls IV direkt mit der Verbreitung der Rebsorte zu tun hat, ist nicht überliefert.
(Quelle: Schloss Burkheim - Prof. Albert, Jancis Robinson - 1. Grauburgundersymposium)

Sicher ist die Bedeutung des späteren Erbauer des Renaissance Schlosses. Der habsburgische Feldherr Lazarus von Schwendi, hat Ende des 16. Jahrhunderts, so heißt es, von seinen ungarischen Feldzügen gegen die Türken, den Tokayer mitgebracht und sich um die Anpflanzung bemüht. Er hatte dort die Stadt Tokay befreit.

Als Dank erhielt er verschiedene Lehen im Rheintal, darunter am Kaiserstuhl Burkheim. Die Schwendi Statue auf einem Brunnen in Colmar trägt deshalb ein Rebbündel in der Hand. So sagt es die Überlieferung.
Nach den neusten Erkenntnissen hat er jedoch 5000 Fässer Tokayer Wein erhalten und wahrscheinlich keine Setzlinge mitgebracht. Dennoch hieß der Graue Burgunder daraufhin in Baden und im Elsass Tokayer. Was sicher auf seinen Wunsch zurück geht von seinen Untergebenen einen ebensolchen Wein zu erhalten, wie den Tokayer. Der Graue Burgunder neigt besonders nach Ausbildung der Edelfäule zu tokayerähnlichen, schweren und goldgelben Weinen. Somit lag es Nahe den Grauen Burgunder dem Herrn Lazarus als “Tokayer”zu kredenzen?

Während der Name Tokayer in Baden vom Synonym “Ruländer” verdrängt wurde, benutzten die Elsässer Winzer bis in die Neuzeit den Begriff “Tokay d’ Alsace”. Ältere Leute sagen auch bei uns noch Tokayer. Der Begriff “Ruländer” wurde erst 1780 durch einen Kaufmann aus Speyer, Herrn Johann Seeger Ruland, durch dessen erfolgreiche  Vermarktungsaktivitäten dieser Rebsorte geprägt. Bis in die 1980er Jahre war er allerdings die gängige Bezeichnung der Rebsorte Grauer Burgunder auf deutschem Boden. Erst mit Änderung des An- und Ausbaus der “Ruländertraube” suchte
man nach einer anderen Bezeichnung.




Die Schlossruine
Die Ruine wurde, in ihrer heutigen Form, 1572 durch den bereits erwähnten und 1522 in Mittelbiberach in Oberschwaben geborenen “von Schwendi”, als Umbau in ein Renaissanceschloss, renoviert. “Lazarus von Schwendi” diente als Feldoberist und königlicher Berater unter Kaiser Karl V, Philipp II, Maximillian II und Rudolf II. Für seine Verdienste in den ungarischen Feldzügen gegen die Türken, erhielt er unter vielen Lehen auch die Güter und Burg der Stadt Burkheim.

1676 wurde das Schloss durch die Truppen des französischen Sonnenkönigs, Ludwig XIV. zerstört bzw. angezündet.
Nachdem mehrere Versuche der Nachfahren scheiterten das Schloss wieder aufzubauen, wandelte Ägid Karl von Fahnenberg das Schlossgelände 1780 in einen Weinberg um. Wie die Ruinen zu dieser Zeit ausgesehen haben, ist heute noch auf dem Hochaltarbild in der Burkheimer Kirche zu entdecken. Allerdings nur, wenn man hinter den Hochaltar steigt.

1901 erwarb Leopold Bastian, Weingutsbesitzer des Weingutes L. Bastian in Endingen am Kaiserstuhl, die Schlossruine mit Weinberg von den Fahnenbergs. Heute ist Sie im Besitz der Nachfahren Andreas Neymeyer vom Weingut L. Bastian und Weingut Schätzle in Endingen. Seit dieser Zeit mussten viele Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die größte darunter war die Sicherung der Ruine selbst, die Anfang der 1980er Jahre einsturzgefährdet war. Nachdem die Sicherung der Mauern alleine auf der Westseite enorme Mengen an Geld verschlungen hatte, einigte man sich mit dem Denkmalamt auf eine “billigere” Variante und sicherte die Ostseite durch den Einzug von stabilen Betondecken. So entstand der heute nutzbare Schlosssaal.

Heute ist es möglich für Feierlichkeiten das Schloss in Burkheim zu mieten. Die Erdgeschossräume mit einem Saal von 140 qm und den zwei erhaltenen Gewölberäumen sind dabei nutzbar. Das Schloss Burkheim ist mit seiner Aussicht dabei einzigartig.

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